DREIERHOPP INTERVIEW





Tag die Herren! Kommen wir zunächst mal zu einer kurzen Vorstellung. Wer seid ihr, Wie viele seid ihr, Wie alt seid ihr, Wo kommt ihr her?  
Juten Tach, erst einmal vielen Dank für die Einladung zu diesem Interview. Das alleine ist schon eine Ehre genug. Angefangen haben wir zu dritt. Alle männlich, in der Stadt der Städte Berlin geboren und im Schnitt 22 Jahre alt. Jetzt bewältige ich seit neustem das Projekt Dreierhopp als Einzelkämpfer und weiterhin neben der regulären Arbeit. Langsam beginne ich an die Zukunft zu denken und längerfristig zu planen. Unterstützung hat man bei manchen Ideen natürlich trotzdem noch, daher wechsele ich heute sicherlich ab und zu zwischen Ein- bzw. Mehrzahl. 



Wie würdet ihr die Philosophie die hinter dem Projekt DREIERHOPP steht konkret beschreiben?  
We do what we want and we do it with pride. 



Wie seid ihr auf die Idee gekommen das zu machen was ihr jetzt macht? Gabs ne Initialzündung?  
Die richtige Initialzündung gab es eigentlich nicht. Viel mehr sollten unsere Kleiderschränke mal aufgefrischt werden. Die Kluft zwischen den bekannten Casual Marken und Fußballklamotten ist uns einfach zu groß. Beim ersten Shirt wurden wir erst mal noch schief angeschaut, was wir denn da mit einem eigenen „Label“ vorhätten und warum wir uns für die Farbe Grün entschieden haben. Aber der Oldschool Kofferraum Verkauf war dann überraschenderweise doch ein ziemlich krasser Erfolg. 






Was bedeutet euer Namen eigentlich genau? Was wollt ihr damit ausdrücken, vermitteln?  
Den Begriff „Dreierhopp“ kennen einige wahrscheinlich noch aus ihrer Schulzeit. Als kleener Piefke musste man oft genug im Sportunterricht widerwillig den „Dreierhopp“ (neudeutsch auch Dreisprung genannt) vorführen und hat danach nie wieder wat davon gehört. Der Begriff hat sich also bei einigen eingeprägt, so richtig präsent war er aber nie. Einen kleinen Aha-Effekt gab es also schon bei einigen Leuten.  



Euer Logo weist verdammte Ähnlichkeit mit einem Weihnachtsbaum auf! Wollt ihr die Bäume schützen? Findet ihr Heilig Abend geil? Oder wo liegt da der Hase begraben?  
Richtig, Umweltschutz und christliche Feiertage sind voll unser Ding. Spaß beiseite, ein befreundeter Grafiker sollte 1-2 Wappen mit einem Bäumchen skizzieren und lieferte als dritte und eher ironische Idee den Duftbaum. So richtig ernst nehme ich das auch nicht mit dem Logo. Klar es ist das Aushängeschild der Marke, aber bis man sein Logo einfach nur einfarbig auf ein Shirt drucken muss und die Leute rennen einem den Laden ein, ist noch ein langer Weg. Außerdem hat sich unser „le mob sportif“ - Bär auch schon in gewisser Weise zum Markenlogo entwickelt.  







Und geht die bunte Logo-Version von der Farbabstufung her etwa in Richtung Ellesse? Gewollt oder Zufall?  
Janz klar gewollt. Der Kleiderschrank hängt voll mit Ellesse, da konnten wir uns die Logoveränderung nicht verkneifen. Ist aber kein offizielles Ding von uns, sondern eher mit einem Augenzwinkern zu betrachten.  



Inwiefern seid ihr mit der ganzen Materie vertraut? Musstet ihr komplett von Null anfangen oder existiert eine berufliche Vorbelastung aus der Grafik- oder Modewelt?  
Es besteht durch die tägliche Arbeit eine minimale Verbindung zur Werbebranche. Das war’s dann aber auch. Grundsätzlich kann man sagen, dass wir direkt von Null gestartet haben. Aber jedes Projekt, jedes Shirt bringt immer mehr Erfahrung und lässt mich mehr in die Materie „Mode“ eindringen.  



Wie sieht der Werdegang aus: Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt? 
Am Beispiel der „Filmshirts“, Fight Club | A Clockwork Orange | Sopranos: Die Grundidee hatte man natürlich schon länger im Kopf. Wir setzen uns dann meistens zusammen, beraten über das mögliche Design, beispielsweise welche Charaktere aufs Motiv sollen, welche Neuerungen wir aufgreifen wollen damit das T-Shirt unverwechselbar wird. Welche Filmzitate sofort wiedererkannt werden, aber auch nicht schon 0815-mäßig ausgelutscht sind. Anschließend geht’s danach zu unserem Grafiker, der uns glücklicherweise in den meisten Fällen auf Anhieb versteht sodass das Design nur noch minimal abgeändert werden muss. Der hat es oft auch nicht janz so leicht mit mir, denn von Zeit zu Zeit wird man doch kritischer und zum Perfektionist. Schlussendlich geht’s zum Drucker, der süßen Schneiderin und ins Wohnzimmer zum Verpacken.  







Welche Voraussetzungen stellt ihr an eine Schneiderei oder fertigt ihr gar selber? 
Qualität ist uns sehr wichtig, daher fragen wir auch regelmäßig unsere Kunden ob sie zufrieden mit der erhaltenen Ware sind. Anfertigen oder Schneiderarbeiten kann ich nicht selbst, so weit ist es dann doch noch nicht. Qualitativ hochwertige Arbeit und pünktliche Lieferung sind vorranging.  



Welche qualitativen Ansprüche stellt ihr allgemein und an eure Produkte im Speziellen?  
Ich verkaufe nur Kleidung von der ich auch selbst überzeugt bin. Wenn das T-Shirt nicht sitzt, der Stoff zu dünn ist oder die Ärmel zu lang/weit sind, dann kommt es in den Müll. Auf Grund der vielen verschiedenen Casual Marken in unseren Schränken kennen wir schon einige Qualitätsunterschiede und können das, unserem Empfinden nach, janz gut einschätzen.  



Wen wollt ihr mit euren Artikeln eigentlich genau ansprechen?  
Zielgruppe sind Leute, die den britischen Casual Stil genauso mögen wie wir. Fussball-begeisterte Allesfahrer, Althools oder Großstadtgören, die Hollister eher abgeneigt gegenüber stehen. Wobei sogar Kollegen auf der Arbeit nach dem ein oder anderen Shirt fragen, auch wenn die mit Fußball so wenig zu tun haben, wie ich mit Karaoke und Club Mate im Mauerpark. 



Was habt ihr bis jetzt alles so veröffentlicht und in was für Stückzahlen?  
Die „Produktpallette“ reicht derzeit von Shirts, Pullis, Shorts, Sportbeuteln bis hin zu Geldbörsen. Bei den Stückzahlen variiere ich ganz klar je nach Produkt. Unsere Beutel wirst du häufiger sehen als Pullis oder Shirts. Die Shorts und auch Geldbörsen sind komplett von einer Person in mühevoller Handarbeit gefertigt, da konnte ich halt wirklich nur ganz wenige anbieten.  







Zum Thema limitierter Auflage…inwiefern würde es euch auch bei steigender Nachfrage immer noch um Exquisität gehen?  
Ein ganz schwieriges Thema für mich und bisher für den Ein oder Anderen der einzige Kritikpunkt. Einerseits freut es mich, dass die Shirts innerhalb von ner halben Stunde ausverkauft sind, andererseits verstehe ich auch den Ärger derjenigen die (mal wieder) leer ausgegangen sind. Wir haben aber schon damals für uns entschieden, dass wir bei den limitierten Auflagen bleiben wollen. Wenn jeder ein Shirt hat geht ja auch irgendwo der Reiz verloren. 



Wie waren die Resonanzen bis jetzt?  
Absolut positiv. Nur dadurch gibt es das Projekt noch und das motiviert mich, trotz der vielen zusätzlichen Arbeitsstunden, weitere Sachen zu produzieren. Natürlich gibt es schon mal kleine Pöbeleien auf unserer facebook-Pinnwand wenn das Shirt in Größe XXL in 30 Sekunden ausverkauft ist, aber der Großteil unserer Kunden ist da recht verständnisvoll, feiert die limitierte Auflagen oder gibt sich dann noch einmal mehr Mühe beim neuen Release ein Shirt zu ergattern. 



Habt ihr auch mittlerweile Abnehmer im Ausland?  
Langsam aber sicher geht es los, ja. England, Schweden, Österreich und Indonesien konnten wir bisher beliefern. Dabei dürfen wir die Schweizer Stammkunden nicht vergessen. Grüße nach St. Gallen.  







Oder auch Kunden außerhalb der Fußballszene?  
Von verschiedenen Leuten wissen wir natürlich, dass sie z.B. Werder Bremen die Treue halten oder jedes zweite Wochenende aufm Betzenberg sind. Die wenigsten haben allerdings ihren Vereinsnamen/Gründungsjahr des Vereins in der E-Mailadresse oder im Facebook Namen, daher bleibt die (Nicht-)vorhandene Fussball-Herkunft vieler Kunden einfach im Dunklen.  



Wer sind eigentlich die Jungs von Berlin Groundet und wie kam es zur Kooperation von euch beiden?  
Mit den Jungs von BG hatten wir in der Anfangsphase häufigen Kontakt, weil man natürlich auf den ersten Blick gewisse Parallelen erkennen konnte. Nach dem gemeinsamen „le mob sportif“ Sweater sind die Wege dann aber auseinander gegangen und jeder macht sein Ding. Da sind die Ausrichtungen dann doch zu verschieden. 






Ihr habt dieses eine Shirt...Stadion im Hintergrund..und im Vordergrund eine Person zur Hälfte „Casual“, zur Hälfte Fußballer. In welcher Relation stehen für euch persönlich die beiden Dinge: Sport & Mode?  
Die Verbindung zwischen Sport bzw. Fußball ist für mich natürlich untrennbar. Ohne den Fußball hätte man vielleicht nie Marken wie Stone Island usw. kennengelernt. Wenn ich ehrlich bin und auf der Straße jemand in den bekannten Marken sehe, stellt sich als erstes die Frage welchem Verein er wohl angehört. Ob nun Ball-, Tresen- oder Ackersport bleibt dahingestellt.  







Wo seht ihr euch orientierungsmäßig eher stehen? Richtung 80er (Fila, Tacchini, Pringle) oder eher Richtung Gegenwart (CP Company, Paul & Shark, Albam, Penfield)?  
Bisher war es doch ein janz gemütliches Interview und dann kommst du mit der Frage um die Ecke. Wir stehen dann eher in der Gegenwart, was wahrscheinlich dem Alter geschuldet ist. Stone Island, Weekend Offender, Fred Perry prägen uns wesentlich mehr als Fila oder Pringle. Wobei wir uns auch gern ne 80er Klamotte von Ellesse oder Tacchini überwerfen.  



Nun muss nicht jeder im Casual Stil rumlaufen. Schließlich darf jeder tragen was er will. Aber wie steht für euch die gesamte deutsche Fanszene im internationalen Vergleich modetechnisch da?  
Sicherlich wollen wir nicht mit dem Finger auf andere zeigen und irgendwelche Modetipps geben, das können gern selbsternannte Modeblogger auf ihrem YouTube Channel machen. Jeder soll tragen, worauf er Bock hat. Ob er sich damit wohl fühlt ist natürlich ne andere Frage. Die vielen Trips durch Europa zeigen immer wieder: Deutschland hinkt gewaltig hinterher. Bei den Freunden in Schweden oder England trägt keiner einen „Kniet nieder ihr Bauern“ Pulli oder bunte Bauchtaschen. Hat den Vorteil das bei nem Faustkampf der jute 300€ Stoni nicht kaputt gehen kann, aber ein gewisses Maß an Stil tut sicherlich Jedem gut.  







Wie sieht für euch ein perfekter Fußballtag aus?  
Da möchte ich Peter Neururer zitieren: „Wir fahren hin, hau‘n die weg und fahren wieder zurück.“ Sowohl spielerisch als auch abseits des Spielfeldes (Ick meine ausschließlich in Sachen Kleidung ;)).  



Haben euch Leute wie z.B. die Jungs von The Casual Connoisseur irgendwie inspiriert oder beeinflußt? 
Klar, Vorbilder hat wahrscheinlich jeder von uns. Inspirieren trifft es nicht ganz, eher entwickelt man einen gesunden Ehrgeiz. Bei Vorbildern würde ich eher die Jungs von Weekend Offender nennen. Der erste Besuch in deren Soho Store hat mich schon umgehauen und ist oft ein Grund weiterzumachen und sich den täglichen Stress anzutun.  



Gerade bei The Casual Connoisseur fließen ja auch viele Themen aus der Pop Kultur (Filmhelden oder Musikidole) mit in deren Motive ein...ist sowas auch bei euch in Zukunft geplant?  
Schon erledigt. Im August hauen wir Shirts mit unseren liebsten Filmen bzw. Serien: Fight Club, A Clockwork Orange und Sopranos. Weitere Designs in diese Richtung sind zum aktuellen Stand zwar noch nicht geplant – aber man weiß ja nie.  







Was ist überhaupt noch so geplant...jetzt dürft ihr dem Leser etwas Appetit machen!  
Wie schon gesagt, Planungen sind immer eine verzwickte Sache. Da hat man die tollsten Sachen im Kopf und zack wird man wieder vom Drucker, Grafiker oder den fehlenden Kontakten gestoppt. Definitiv kommen einige schicke Shirts, eine Collabo, ein schickes Polo und sicher auch was für die kalten Tage.  



Sind eure Sachen auch bei Versänden erhältlich oder ausschließlich bei euch?  
Zum jetzigen Stand ausschließlich unter www.dreierhopp.de/shop, wobei es auch schon Kontakt zu 1-2 Läden gibt.  



Wie und wo seid ihr da zu erreichen?  
Die neuesten Informationen gibt es unter facebook.de/dreierhopp und für Leute die weniger Lesen, sondern mehr Kieken wollen auf instagram.com/dreierhopp.  



Soooo, mehr fällt mir nicht ein! Ich sage schon mal Vielen Dank für die Antworten...die letzten Worte, Bemerkungen, Grüße, Morddrohungen gehören euch...  
Ein fettes Dankeschön an die Stammkunden, welche uns seit dem ersten Shirt die Treue halten und herzliche Grüße an die Jungs im Vollzug – vorrangig Uli - fühl dich gedrückt!